21. Januar 2026
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Wärmebild-Spaziergänge in Besigheim

Bild erstellt mit testo IRSoft
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Rund 139.000 Wohnungen im Landkreis Ludwigsburg sind über 45 Jahre alt und gelten als sanierungsbedürftig – sie sind schlecht gedämmt, haben alte, undichte Fenster oder weisen zahlreiche Wärmebrücken auf. Die Wärme beheizter Innenräume findet schnell einen Weg nach draußen. Das sorgt nicht nur für hohe Heizkosten, es ist auch schlecht fürs Klima – wer mehr heizen muss, verbraucht mehr Energie. Unsanierte Gebäude sind daher echte Emissionsschleudern.

Um anschaulich zu zeigen, an welchen Stellen die meisten Gebäude Wärme verlieren, organisierte die Stadt Besigheim in Kooperation mit der LEA  im Janaur und Febraur 2026 Wärmebild-Spaziergänge für die Bürgerschaft. Dabei machte Energieberater Florian Kamp mithilfe einer thermografischen Kamera sichtbar, was für das menschliche Auge unsichtbar ist – die Kamera misst aus der Ferne die Oberflächentemperatur der Gebäudehülle und wandelt sie in ein farbiges Bild um. Außenwände die blau erstrahlen zeugen von einer guten Dämmung, viele rote Stellen weisen auf einen hohen Sanierungsbedarf hin. In Innenräumen sind die Farben genau umgekehrt zu deuten.

<p>Über Außenfassaden geht die meiste Wärme verloren</p> / Bild
Bild erstellt mit testo IRSoft

Über Außenfassaden geht die meiste Wärme verloren

 

Links in der Abbildung wird ein gedämmtes und rechts ein ungedämmtes Gebäude im direkten Vergleich dargestellt. Mit der Wärmebildkamera wird deutlich, dass über die große Fläche der Hauswand am meisten Wärme verloren geht.

Um aussagefähige Aufnahmen machen zu können, werden die Thermografie-Aufnahmen jetzt zur kalten Jahreszeit erstellt. Die Außentemperatur liegt im besten Fall unter 5 °C. Dadurch besteht eine Temperaturdifferenz von mindestens 10 bis 15 Grad zwischen Außen- und Innenräumen.

Direkt vor Ort wurden gemeinsam Gebäude unterschiedlicher Sanierungsstufen aufgesucht – vom Effizienzhaus bis zum unsanierten Altbau. Bei der thermografischen Analyse mit der Infrarotkamera wurden Wärmebrücken, nicht wärmegedämmte Heizungsrohre in Außenwänden, Fehlstellen in Wärmeisolationen, verdecktes Fachwerk oder undichte Fenster sichtbar gemacht. Die meiste Wärme geht bei Gebäuden über eine ungedämmten Fassade verloren. Auch ältere Fenster sind Schwachstellen – diese konnten mithilfe der Wärmebildkamera besonders gut aufgezeigt werden.

Um das eigene Gebäude energieeffizienter zu gestalten und herauszufinden welche Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind, empfiehlt sich ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP). Dieser identifiziert alle sinnvollen Maßnahmen und bringt sie in eine strukturierte Reihenfolge, verweist auf verfügbare Fördermittel und liefert eine erste Kosteneinschätzung. Bei der Umsetzung von größeren Sanierungen kann zudem eine energetische Baubegleitung sinnvoll sein. Hier beraten sachverständige Energieeffizienz-Expert:innen bei einzelnen oder mehreren Sanierungsmaßnahmen und unterstützen bei der Planung. Sie überprüfen beispielsweise, ob eine ausreichende Dämmqualität bei der Wahl der Baustoffe vorliegt. Dadurch wird sichergestellt, dass der geplante Energiestandard erreicht wird.