Netzwerk Niedertemperatur Schlüsselelement für Bestandsgebäude
Niedrige Heizkreistemperaturen • Niedrige Wärmeverluste • Hohe Effizienz

Gut vernetzt und Vorreiter sein: In diesem Netzwerk können
interessierte Fachkräfte wichtiges und praxisnahes Fachwissen
zum Thema Niedertemperatur erlangen.
Die Energieagentur Kreis Ludwigsburg lädt Handwerker:innen, Energieberater:innen, Architekt:innnen, und Ingenieur:innen in das Netzwerk Niedertemperatur ein.

Jetzt beitreten und immer auf dem aktuellsten Wissensstand sein!

Lassen Sie uns Erfahrungen aufbauen, austauschen, weitergeben und Lücken schließen! Wenn Sie über anstehende Veranstaltungen informiert werden möchten und von brandaktuellen Einblicken in das laufende Projekt Solnet-Steinheim und dem Erfahrungsaustausch mit anderen Expert:innen profitieren möchten, dann treten Sie jetzt dem Netzwerk Niedertemperatur kostenfrei und unverbindlich bei!

Was ist die Niedertemperatur-Technik und warum ist sie der neue Standard für den Gebäudebestand?

Für einen klimaneutralen Gebäudebestand benötigt es Zweierlei: die energetische Modernisierung von Häusern und die Nutzung erneuerbarer Wärme. In diesem Netzwerk gehen wir mit dem Anspruch der Niedertemperatur beide Bausteine gemeinsam an. Mit Niedertemperatur-Technik werden Vorlauftemperatur von bis zu 55°C bezeichnet.

Als Erneuerbaren-Energien-Quellen stehen vor allem Solarthermie, Wärmepumpen und multivalente Wärmenetze zur Verfügung. Genau hier schließt sich der Kreis zur Niedertemperatur, denn für einen ressourcenschonenden und wirtschaftlichen Betrieb dieser erneuerbaren Systeme ist eine Absenkung der Heizkreistemperaturen auf höchstens 55°C notwendig.

 

Da das Zeitalter der fossilen Energieträger wie Erdöl und Erdgas vorüber geht, werden Bestandsgebäude in den nächsten Jahren auf solche erneuerbaren Quellen umgerüstet und um den effizienten Betrieb zu ermöglichen, auf niedrige Heizkreistemperaturen umgestellt. Somit zieht die Niedertemperatur Stück für Stück in Bestandsgebäude ein.

Was passiert in dem Netzwerk? Wovon Sie profitieren Sie?

In einer Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Niedertemperatur baut die LEA ein Netzwerk von Fachkräften auf: Handwerker:innen, Energieberater:innen, Architekt:innnen, und Ingenieur:innen profitieren dabei von der Wissensvermittlung zum Thema Niedertemperatur und durch einen Erfahrungsaustausch mit anderen Fachkräften über Methoden zur Absenkung der Heizkreistemperaturen. In Fach-Informationsveranstaltungen, der Begehung einzelner Häuser im Wärmenetz Projekt Solnet-Steinheim mit 55°C-Vorlauf, sowie bei Treffen der Netzwerkmitglieder zum praktischen Erfahrungsaustausch bauen sich die Netzwerkmitglieder ein Expertenwissen auf.

 

Für anstehende Gebäudesanierungen sind dies gefragte Kompetenzen - sowohl für erneuerbare Wärmenetze, als auch für den Einbau von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden. Beispielsweise steht innerhalb der nächsten Jahre im Projektgebiet Solent-Steinheim an der Murr die Umrüstung von mehr als 200 Häuser an, die nur mit Wissen zu Niedertemperatur-Haustechnik umsetzbar ist.  

 

Wie werden Bestandgebäude auf Niedertemperatur umgerüstet?

Im Neubau ist ein Vorlauf unter 50°C einfach und weit verbreitet. Entgegen vielen Vorurteilen ist eine Heizkreisabsenkung in Bestandsgebäuden ebenfalls gut möglich – ohne flächendeckenden Einbau einer Fußbodenheizung oder einer Vollsanierung des Gebäudes.

Für eine erneuerbare Wärmeerzeugung sind niedrige Heizkreistemperaturen ein Schlüssel. Egal ob Wärmepumpe, Solarthermie oder Wärmenetze – alle erneuerbaren Wärmeerzeuger profitieren durch die Niedertemperatur. Durch die niedrigeren Vorlauftemperaturen liefern die Anlagen insbesondere bei kalten Temperaturen höhere Wärmeerträge. Vorteile ergeben sich auch für Feuerungsanlagen,
sei es erneuerbar mit fester Biomasse oder noch fossil mit Erdgas, da erst durch die Niedertemperatur der Brennwerteffekt vollständig nutzbar ist.

Um die Niedertemperatur zufriedenstellend zu ermöglichen, sollten die Gebäudehülle und die technische Gebäudeausrüstung ein Mindestniveau erreichen. Das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH (ifeu) hat hierzu den NT-ready Standard definiert, wobei NT für Niedertemperatur steht. Technisch werden im Netzwerk vor allem zwei Aspekte betrachtet:

  • Der erste Aspekt: Möglichkeiten zur Absenkung der Temperaturen in Heizkörpern (z.B. Heizkörperaustausch, Fassadendämmung, Fenstertausch). Neben technischen Umsetzungsmöglichkeiten, liegt hierbei der Fokus besonders auf der Wirtschaftlichkeit energetischer Gebäudesanierungen durch Energieeinsparung im Gegensatz zum reinen Heizkörpertausch. Hierfür bieten sich verschieden Maßnahmen an, die an das einzelne Haus abgestimmt werden: Zum Beispiel der Austausch von alten Heizkörpern durch Typ-33 Plattenheizkörper, Dämmung der Außenhülle oder eine komplett-Sanierung des Hauses. Durch einen individuell abgestimmten Maßnahmenmix, kann die Vorlauftemperatur abgesenkt werden, ohne, dass der Aufwändige Einbau von flächendeckenden Fußbodenheizungen notwendig ist und es dennoch stets wohlig warm ist.

  • Der zweite Aspekt umfasst die hygienisch einwandfreie Trinkwarmwasserbereitung mit Vorlauftemperaturen von nur 50°C. Hier wird auf die verschiedenen Lösungen für Ein- und Mehrfamilienhäuser und ihre technischen Feinheiten eingegangen, um ein Legionellenrisiko auszuschließen.

 

Von Vorteil ist, dass für beide Aspekte die Technik und Methoden zur Zielerreichung bekannt und vorhanden sind. Allerdings sind konkrete Umsetzungsfragen noch nicht ausreichend beleuchtet: An dieser Stelle wird das Netzwerk Klarheit schaffen und gemeinsame Erfahrungen austauschen, damit verallgemeinernde Lösungen verbreitet werden können.

Woher stammt die Expertise im Netzwerk?

In diesem Netzwerk arbeiten wir zusammen mit Forschungseinrichtungen und Expert:innen aus dem Bereich der Gebäudetechnik und energetischen Sanierungen. Des Weiteren wird durch die Verknüpfung zum Modellprojekt Solnet-Steinheim an der Murr, praktische Erfahrung in der Umrüstung auf Niedertemperatur ermöglicht. Ein weiterer wichtiger Teil sind Sie! Denn sie alle bringen zahlreiches theoretisches und praktisches Wissen mit. Das Netzwerk lebt auch von Ihnen und Ihrem Erfahrungsschatz. 

 

 

Nicht nur Theorie: konkrete Projekte, praktische Erfahrungen und Verknüpfung zum Projekt Solnet-Steinheim, ein Niedertemperatur-Wärmenetz in Bestandsgebäuden!

Das Netzwerk Niedertemperatur ist eng an das Projekt Solnet-Steinheim in Steinheim an der Murr angegliedert. Dort wird ein erneuerbares Wärmenetz mit Freiflächen-Solarthermie, Holzhackschnitzel und Luft-Großwärmepumpe in ein Quartier aus den 70er und 80er Jahren errichtet. Das Quartier hat 400 Wohngebäude. Zu einer Umsetzung kommt es bei einer Anschlussquote von 55%.
Für einen möglichst effizienten Betrieb wird die Vorlauftemperatur im Sommer auf 50°C und im Winter auf 55°C abgesenkt.
Dafür muss in den Gebäuden jeweils der Heizkreis und die Trinkwarmwasserversorgung angepasst werden.
Für die Umsetzung der vielen Sanierungsmaßnahmen in
Solnet-Steinheim und ähnlichen Projekte benötigt es viele Fachbetriebe,
die mit der Niedertemperaturtechnik vertraut sind. Hierbei freuen wir uns auf einen engen Austausch mit dem Netzwerk Niedertemperatur.

 

Da die Zukunft des Gebäudebestands in Erneuerbarer Wärme und damit einhergehend Niedertemperatur liegt, ist diese Technologie nicht nur für Gebäude mit Wärmenetzanschluss relevant, sondern auch für die klimaneutrale Wärmeversorgung aller Bestandsgebäude mittels Wärmepumpen.